Die Pielach (Fluss)

Die Pielach ist eine Lebensader im zentralen Niederösterreich. Der Name leitet sich vom slawischen „Weißer Fluss“ ab und zeigt damit, dass es einige Stellen mit starker Strömung gibt.

Der Fluss bahnt sich seinen Weg von den Voralpen bis zur Mündung in die Donau bei Melk. Über rund 67 Kilometer schlängelt sich der weitgehend naturbelassene Fluss mit sehr hoher Wasserqualität durch eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft aus Wiesen, Auwäldern und sanften Hügeln. Er durchfließt das Dirndltal, das für die wunderbare Regionalfrucht Dirndl weit über die Region hinaus bekannt ist.

Die Pielach ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch ökologisch wertvoll. Kiesbänke, ruhige Nebenarme und naturnahe Ufer bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Hervorzuheben ist der Bestand an Huchen, von der Mündung der Donau bis Rabenstein. Zahlreiche Graureiher bevölkern meist das obere Pielachtal und holen ihre Nahrung aus dem glasklaren Fluss.

Grüne Pielach, der Fluss durch das Pielachtal

Die Pielach als Fluss für aktive Entdecker

Gleichzeitig ist der Fluss ein beliebter Begleiter für aktive Entdecker: Der Pielachradweg führt großteils flussnah durch das Tal, Wanderwege eröffnen immer wieder neue Ausblicke auf das Wasser und den Garten der Voralpen.

Entdeckerin macht Pause am Fluss Pielach
© Mostviertel Tourismus, weinfranz.at

Nachhaltiger Tourismus

Heute ist die Pielach ein Symbol für nachhaltigen Tourismus, Erholung und regionale Identität.

Ob beim Radfahren, Spazierengehen oder einfach beim Innehalten am Ufer – die Pielach verbindet Natur, Kultur und Genuss und macht das Dirndltal zu einem besonderen Erlebnisraum.

Bekannt ist die Pielach bei Fliegenfischern als hervorragendes Fischwasser. Nicht umsonst bewegen sich die Tageskarten im gehobenen Preisbereich. Der berühmteste Fischer, der sehr oft an der Pielach anzutreffen war, ist Peter Alexander.

Fischen in der Pielach
Foto © Dorli Hubmayer / via Steinschaler Wiki

Historisches zur Pielach

Historisch spielte die Pielach eine wichtige Rolle als Energie- und Transportquelle und prägte die Siedlungsentwicklung entlang ihres Laufs.

Noch heute sind zahlreiche Mühlbäche in Betrieb und liefern saubere Energie. Im Laufe der Jahre wurden fast alle Wehranlagen mit Fischaufstiegen versehen, damit der Laichzug der Fische nicht behindert ist.

Die Pielach ist bis heute kein gebändigter und kanalisierter Fluss, wie das letzte Hochwasser im September 2024 gezeigt hat. Ein großes Renaturierungsprojekt läuft zurzeit in den Gemeinden Weinburg und Ober-Grafendorf. Hier wird dem Fluss noch Raum dazugegeben, damit er noch naturnaher und hochwassersicher ist.

Hochwasser Kirchberg an der Pielach in den 1950er-Jahre
Hochwasser in Kirchberg/Pielach in den 1950er-Jahren (Foto via Steinschaler Wiki)

Wasserkraft mit Weitblick

Die Traisen hat ein wesentlich größeres Wassereinzugsgebiet als die Pielach, womit sich in der Vergangenheit mehr Möglichkeiten für Energiegewinnung ergeben haben. Damit hat sich wesentlich mehr Eisenindustrie, die die Wasserkraft benötigt hat, dort angesiedelt. Es gibt jedoch auch Beispiele in kleinerem Maßstab an der Pielach und ihren Nebenflüssen dafür. Zum Beispiel im Soistal das Hammerwerk Pirko, das heute noch in Betrieb ist. Die gewonnene Energie führte auch zu gewerblichen Ansiedlungen, z.B. in Dobersnigg am Beginn des Loichtals. Ein weiterer hervorzuhebender Betrieb ist das Walzwerk Teich in Mühlhofen. Dies hat sich zu einem wichtigen Arbeitgeber für die Region entwickelt.

Nachhaltige Energie aus der Pielach

In Kirchberg wurde der Mühlbach verrohrt und die beiden Kraftwerke und Mühlbach durch ein modernes Kraftwerk an der Mündung zur Pielach ersetzt. Dieses liefert je nach Wasserstand zwischen 60 und 100 kW elektrische Leistung. Es ist ein wunderbares Vorzeigebeispiel für saubere, dezentrale Energiegewinnung. Die zur Verfügung stehende Leistung des Kraftwerks mag bescheiden aussehen. Müsste man diese Energie durch Öl erzeugen, so wären das mit den heutigen Wirkungsgraden ca. 200.000 Liter im Jahr. Wieder ein Beispiel für nachhaltige Energiegewinnung aus regenerierbaren Ressourcen. Natürlich ist jedes Kraftwerk ein Eingriff in den Flusslauf. Durch den Fischaufstieg wurden hier die negativen Auswirkungen reduziert.