Hartriegel

Hartriegel (Cornus) sind Sträucher und kleine Bäume, selten auch Stauden, mit rund 50 bis 60 Arten [prüfen]. Sie wachsen vor allem in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel. Die Gattung gliedert sich in mehrere Gruppen. Eine davon sind die Kornelkirschen, zu denen die Dirndl (Cornus mas) gehört: Sie blühen gelb vor dem Laubaustrieb und tragen essbare rote Steinfrüchte.

Kurz gesagt: Die Dirndl (Cornus mas) ist ein Hartriegel. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die ganze Gattung. Hartriegel (Cornus) sind Sträucher und kleine Bäume, selten auch Stauden, mit rund 50 bis 60 Arten. Sie wachsen vor allem in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel und gliedern sich in zehn Untergattungen. Die Dirndl gehört zur Untergattung Cornus. Deren Arten blühen gelb vor dem Laubaustrieb und tragen essbare rote Steinfrüchte.

Ein Wort zu den Namen: Die Dirndl heißt auch Kornelkirsche oder Gelber Hartriegel. Gleichzeitig wird die ganze Untergattung, zu der sie gehört, als Kornelkirschen bezeichnet. Das sorgt leicht für Verwirrung. Wir verwenden deshalb für die Art den regionalen Namen Dirndl und sprechen bei der Gruppe von der Untergattung Cornus.

Was alle Hartriegel gemeinsam haben

Hartriegel gehören zur Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae). Bei aller Vielfalt teilen sie einige Merkmale, an denen man sie gut erkennt.

  • Blätter: Fast alle Arten haben gegenständige, ganzrandige Blätter. Die Nerven laufen bogenförmig zur Blattspitze. Reißt man ein Blatt vorsichtig quer durch, halten feine, elastische Fäden die Hälften zusammen.
  • Blüten: Die Blüten sind klein und vierzählig, mit je vier Kelchblättern, Kronblättern und Staubblättern. Sie stehen in Dolden, Köpfchen oder Schirmrispen.
  • Früchte: Alle Hartriegel bilden Steinfrüchte mit einem harten Kern. Vögel und Säugetiere fressen sie und verbreiten so die Samen.
  • Holz: Das Holz ist hart und dicht. Daher stammt der deutsche Name.
MerkmalHartriegel (Cornus)
FamilieHartriegelgewächse (Cornaceae)
Artenca. 50–60
Untergattungen10
WuchsSträucher und kleine Bäume, wenige Stauden
Blattstellungmeist gegenständig
Blütevierzählig, klein
FruchtSteinfrucht

Wo Hartriegel vorkommen

  • Mitteleuropa: Dirndl (Gelber Hartriegel) und Roter Hartriegel
  • Nordeuropa: Roter Hartriegel bis Südskandinavien, im hohen Norden der Schwedische Hartriegel
  • Südosteuropa, Türkei und Kaukasus: Dirndl
  • Sibirien: Weißer Hartriegel (C. alba)
  • Ostasien: Japanische Kornelkirsche, Japanischer Blumen-Hartriegel, Etagen-Hartriegel
  • Himalaya: C. capitata, C. oblonga
  • Nordamerika: Amerikanischer Blumen-Hartriegel (C. florida), Pazifischer Blumen-Hartriegel (C. nuttallii), Teppich-Hartriegel (C. canadensis), C. sericea, C. alternifolia
  • Mexiko und Mittelamerika: C. disciflora
  • Südamerika (Anden): C. peruviana
  • Ostafrika: C. volkensii, unter anderem am Kilimandscharo

Die zehn Untergattungen

Botaniker gliedern die Gattung heute in zehn Untergattungen. Diese Einteilung beruht auf genetischen Studien und geht auf Xiang et al. (2006) zurück. Die Untergattung Cornus, zu der die Dirndl gehört, bildet mit Sinocornus und Afrocrania eine eng verwandte, gelb blühende Gruppe.

UntergattungMerkmaleBeispielartenVerbreitung
Cornus (auch Kornelkirschen genannt)gelbe Blüten vor dem Laub, längliche rote FrüchteDirndl (C. mas), Japanische Kornelkirsche (C. officinalis), C. sessilisEuropa, Westasien, Ostasien, Kalifornien
Sinocornusgelbe Blüten, nahe mit der Untergattung Cornus verwandtC. chinensisChina
Afrocraniamännliche und weibliche Pflanzen getrenntC. volkensiiOstafrika
Arctocrania (Zwerg-Hartriegel)krautig, niedrig, weiße Hochblätter, rote FrüchteC. suecica, C. canadensisNordeuropa, Nordasien, Nordamerika
Syncarpeagroße Hochblätter, Früchte zu einer Sammelfrucht verwachsenC. kousa, C. capitataOstasien, Himalaya
Benthamidia (Blumen-Hartriegel)große Hochblätter, einzeln stehende FrüchteC. florida, C. nuttalliiNordamerika
Discocraniakleine, früh abfallende HochblätterC. discifloraMexiko, Mittelamerika
Kraniopsis (Rispen-Hartriegel)weiße Blüten in Schirmrispen, weiße bis schwarze FrüchteC. sanguinea, C. alba, C. sericeaEuropa, Asien, Nordamerika
Mesomorawechselständige Blätter, stockwerkartiger WuchsC. controversa, C. alternifoliaOstasien, Nordamerika
Yinquaniaimmergrün, Blüten in RispenC. oblongaHimalaya, Südwestchina

Bei den Blumen-Hartriegeln sehen die großen „Blütenblätter“ nur so aus. Es sind Hochblätter, die eigentlichen Blüten sitzen klein in der Mitte. Viele Rispen-Hartriegel werden wegen ihrer leuchtend roten oder gelben Wintertriebe als Ziergehölze gepflanzt.

Im Fokus: die Dirndl und ihre nächsten Verwandten

Die Untergattung Cornus ist eine kleine Gruppe mit nur wenigen Arten. Sie blühen im zeitigen Frühjahr gelb, noch bevor sich die Blätter entfalten. Ihre Früchte sind längliche, meist rote Steinfrüchte mit säuerlich-süßem Fruchtfleisch.

ArtHeimatBesonderheit
Dirndl (C. mas)Mittel- und Südosteuropa bis Kaukasuseinzige Art der Untergattung in Europa, essbare Früchte
Japanische Kornelkirsche (C. officinalis)China, Korea, JapanFrüchte in der traditionellen chinesischen Medizin
C. sessilisKalifornienseltene Art Nordamerikas
C. eydeanaSüdchina, Vietnamerst spät beschrieben

Die Dirndl ist die bekannteste Art der Gruppe. Sie ist an trockene, kalkhaltige Standorte angepasst und kann über 100 Jahre alt werden. Im Pielachtal prägt sie seit Generationen die Kulturlandschaft.

Hartriegel in Mitteleuropa

In Mitteleuropa sind zwei Hartriegel heimisch und weit verbreitet: die Dirndl und der Rote Hartriegel. Die Dirndl blüht im Februar und März gelb und trägt essbare rote Früchte. Der Rote Hartriegel blüht im Mai und Juni weiß, seine schwarzblauen Früchte sind eine wichtige Vogelnahrung.

Weitere essbare Hartriegel

Außerhalb der Untergattung Cornus trägt vor allem der Japanische Blumen-Hartriegel (Cornus kousa) genießbare Früchte. Sie sind rund, rosarot und haben ein süßes, mehliges Fruchtfleisch. Die Früchte der meisten anderen Hartriegel gelten als ungenießbar.

Häufige Fragen

Ist die Kornelkirsche ein Hartriegel?

Ja. Dirndl, Kornelkirsche und Gelber Hartriegel sind Namen für dieselbe Art, Cornus mas. Der Name Kornelkirsche wird allerdings auch für die ganze Untergattung verwendet, zu der die Dirndl gehört. Um das klar zu trennen, sagen wir zur Art Dirndl, wie es im Pielachtal seit jeher üblich ist.

Namenssynonyme der Kornelkirschen-Untergruppe?

Ja. Die Kornelkirschen bilden innerhalb der Gattung Cornus die Untergattung Cornus (Typus-Untergattung, da Cornus mas die Typusart der Gattung ist). Das gängige Synonym dafür ist Macrocarpium. Der Name geht auf Édouard Spach zurück, der die Gruppe 1839 als Sektion Macrocarpium beschrieb. Takenoshin Nakai erhob sie 1909 zur eigenen Gattung Macrocarpium. In dieser Lesart heißt die Dirndl Macrocarpium mas (L.) Nakai, was heute als Synonym von Cornus mas L. gilt. In der Literatur findet man daher auch die Schreibweise „Cornus subg. Macrocarpium“, korrekt ist nach den Nomenklaturregeln aber subg. Cornus. Zur Untergattung gehören neben Cornus mas unter anderem Cornus officinalis (Japanische Kornelkirsche, wichtig in der TCM), Cornus chinensis, Cornus sessilis (Kalifornien) und Cornus eydeana.

Woran erkennt man einen Hartriegel?

An gegenständigen Blättern mit bogenförmigen Nerven und an den feinen Fäden, die beim Zerreißen eines Blattes sichtbar werden.

Welche Hartriegel wachsen in Mitteleuropa?

Die Dirndl, auch Gelber Hartriegel genannt, und der Rote Hartriegel.

Gibt es Hartriegel in Afrika?

Ja. Cornus volkensii wächst in den Bergwäldern Ostafrikas, unter anderem am Kilimandscharo.

Sagt man zur Dinrdl auch Kornelle?

Ja, „Kornelle“ gibt es, ist aber selten und eher veraltet bzw. fachsprachlich. Das Wort leitet sich wie „Kornelkirsche“ vom lateinischen cornus (Horn) ab, eine Anspielung auf das extrem harte Holz. Daneben existiert auch die Schreibvariante „Kornellkirsche“. Gebräuchlicher sind diese Namen. „Dirndl“ bzw. „Dirndlstrauch“ ist die österreichische Bezeichnung, besonders in Niederösterreich und im Pielachtal. „Herlitze“ ist ein alter, vor allem in Deutschland verbreiteter Volksname, mit Varianten wie „Hirlitze“ oder „Dierlitze“. „Gelber Hartriegel“ bezieht sich auf die gelben Blüten und die Verwandtschaft zum Roten Hartriegel (Cornus sanguinea). Auch „Dürlitze“ taucht regional auf..